Fallstudie: Was macht unseren Bier-Werbespot so besonders?
In der heutigen Welt der Bierkultur ist es entscheidend, die einzigartige Geschichte und Qualität eines Produkts authentisch zu vermitteln. Für unseren Kunden, die Brauerei Kronenhof, haben wir ein Produktvideo entwickelt, welches die traditionellen Werte und die handwerkliche Kunst des Bierbrauens in den Mittelpunkt stellt.
Mit einem klaren Fokus auf das Kronenhof Hell, ein unfiltriertes, naturbelassenes Vollbier mit tiefer Verwurzelung in lokaler Landwirtschaft, wurde ein visuelles Konzept erarbeitet, das sowohl die Ursprünge des Biers als auch dessen besonderen Geschmack hervorhebt.
Unser Ziel war es, die Verbindung zwischen der eigenen Gerste vom Hofgut, der sorgfältigen Braumethode und dem fertigen Produkt in einem dynamischen, aber dennoch traditionellen Film zu erzählen. Diese Fallstudie beleuchtet den kreativen Prozess, die Herausforderungen und die Ergebnisse, die zu einem Film geführt haben, der das Kronenhof Hell als das präsentiert, was es ist: Ein Bier von höchster Qualität, das mit Leidenschaft und Respekt vor der Braukunst hergestellt wird.Der Film
Die Produktion und einzelne Clips erklärt
Was macht die einzelnen Clips so besonders und wie und warum haben wir es so realisiert?
Große Flasche, großes Bild
Hinter dem ersten Shot des Films verbirgt sich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Um die Bewegung perfekt zu inszenieren, steht die Flasche auf einem Motion-Control-Turntable, während der Cinebot sie elegant umkreist.
Die Beleuchtung ist für eine Bierflasche eher unkonventionell, da wir stärker mit Reflexionen als mit Refraktionen gearbeitet haben. Der Grund dafür liegt zum einen in der beeindruckenden Größe der Flasche und zum anderen darin, dass dieser Ansatz den sonnigen Look des nächsten Shots optimal widerspiegelt.
Für diesen Shot haben wir eine RED V-Raptor mit einem 24mm Gnosis Master Makro Prime verwendet. Der Sensor wurde von 8k auf 6k gecroppt, um das Logo prominenter in Szene zu setzen. Der Weitwinkel sorgt dafür, dass die Flasche noch imposanter wirkt.
Ein Feld im Studio
Der nächste Shot ist der ruhigste im ganzen Film, erfreut sich jedoch auf Social Media großer Beliebtheit. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass wir das Gerstenfeld direkt in unserem Studio gefilmt haben – ein Prozess, der offensichtlich viele fasziniert.
Für diesen Shot mussten wir keine Gerste anbauen. Dank der Unterstützung des Kronenhofs konnten wir auf frisch geerntete Gerste zurückgreifen, die wir mit Steckmasse auf einer Holzpalette fixiert haben. So konnten wir das „Feld“ bequem vorbereiten und mit einem Palettenwagen in den Aufnahmebereich bringen. Der Hintergrund besteht aus einfachem Papier, dem wir mit weißem Lackspray Wolken hinzugefügt haben.
Auch für diesen Shot kam wieder die RED V-Raptor zum Einsatz.
Der Gerstenschuss
Der erste Action-Shot des Films: Der Gerstenschuss. Er zählt zu den visuell aufregendsten Szenen im Film und ist, für uns, gleichzeitig überraschend einfach zu realisieren.
Für diesen Shot wurde die Gerste mit einer selbstgebauten Pneumatikkanone in die Luft geschleudert. Unser Cinebot erfasste präzise die Endposition der Flugbahn und folgte den Körnern beim Fallen. Dank unserer Erfahrung in Motion Control war es uns möglich, diesen Shot – der ohne unsere Technik nahezu unmöglich wäre – in kürzester Zeit perfekt umzusetzen.
Aufgenommen wurde die Szene mit der Freefly Systems Ember S5K Highspeedkamera bei 800 Bildern pro Sekunde.
Im Braucontainer
Wenn es um die Entstehung des Bieres geht, ist es wichtig, den Prozess visuell darzustellen. Dies haben wir mithilfe einer kleinen, klaren Acrylbox realisiert, die von unten mit Kunstlicht beleuchtet wurde. Dadurch kommt nicht nur die Farbe des Bieres perfekt zur Geltung, sondern auch die Textur der Kohlensäure wird hervorgehoben.
Ursprünglich hatten wir geplant, die Bläschen mithilfe von Luftdruck und Pneumatikschläuchen zu erzeugen. Letztlich entschieden wir uns jedoch für ein Objektiv mit stärkerer Nahwirkung, sodass wir die Bläschen einfacher manuell mit einem Strohhalm erzeugen konnten.
Auch dieser Shot wurde mit der Ember Highspeedkamera bei 800 FPS aufgenommen.
Kraftvoll und unverfälscht
Dieser Shot war der erste, der für dieses Projekt gefilmt wurde. Hier haben wir Motion Control mit menschlichem Timing kombiniert – eine Herausforderung, da es oft auf Millisekunden oder sogar noch weniger ankommt.
Unterstützt wurden wir dabei durch unser Motion Control System, das einen von uns integrierten Pieper nutzt, um das Timing mit einem präzisen Rhythmus zu versehen.
Ein besonderes Dankeschön geht an Christoph vom Kronenhof. Nach den ersten drei Test-Takes war das Timing nahezu bei jedem Take perfekt.
Auch hier kam wieder unsere Ember Highspeedkamera zum Einsatz.
Das einzigartige Einschütten
Für unseren ersten wirklich veröffentlichten Motion Control Werbefilm wollten wir etwas ganz Besonderes schaffen. Der Pouring-Shot, also die Aufnahme des Einschüttens, ist das Herzstück eines jeden Films dieser Art. Üblicherweise wird das Einschütten über eine kurze Distanz gefilmt, oder mehrere Clips werden zusammengesetzt – der erste Tropfen und dann Schnitt zum Aufprall. Unsere Methode, den kompletten Tropfen über die große Distanz zu filmen, ist extrem anspruchsvoll und erfordert den schnellsten Cinebot der Welt, weshalb sie selten in einem einzigen Shot realisiert wird.
Besonders stolz sind wir darauf, dass in diesem Clip der Tropfen bis zum unteren Bildrand perfekt verteilt ist und der erste Tropfen genau den Rand des Bierglases trifft.
Wir haben inzwischen viel Erfahrung mit Pouring-Shots gesammelt, doch für diesen benötigten wir trotz allem über 6 Stunden – und das am heißesten Tag des Jahres. Der zweite Drehtag wurde dann abgebrochen, da die Temperatur im Studio auf unerträgliche 34 Grad gestiegen war.
Auch dieser Shot wurde mit unserer Ember Highspeedkamera bei 800 FPS aufgenommen.
Der Packshot des Bieres
Der Packshot ist ein zentraler Bestandteil jeder Produktion und wird leider oft vernachlässigt. Hierbei ist es immer eine Gratwanderung zwischen Dekoration und Fokus auf das Produkt. Zu viel Dekoration lenkt ab, zu wenig lässt das Bild langweilig und lieblos wirken.
Unser Ziel war es, den Fokus so gut wie möglich auf das Bier zu legen und gleichzeitig einen „Scheunen-Look“ zu erzeugen. Wir begannen damit, die Flasche in den Vordergrund zu rücken und bewegten dann die Kamera hin zum Bier, wobei die Flasche unscharf im Hintergrund verblieb. Ein hartes Licht, das von rechts in die Szene fällt, simuliert den Sonneneinfall. Anstatt Bier und Flasche einfach auf einen Tisch zu stellen, haben wir Gerste verteilt, um möglichst viele Parallaxeneffekte bei der Kamerabewegung zu erzielen. So konnten wir dem Bild deutlich mehr Tiefe und Ästhetik verleihen.
Um maximale Freiheit in der Nachbearbeitung und die bestmögliche Bildqualität zu gewährleisten, haben wir diesen Shot mit unserer RED V-Raptor gefilmt.
Ein Blick hinter die Kulissen
Einige der oben beschriebenen Praktiken und mehr zu sehen in unserer Bildergalerie.
Behind-the-Scenes Videos gibt es bei uns auf Social Media zu sehen.
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Nachhaltigkeit
Für uns gibt es kaum etwas Schlimmeres bei Beverage-, Food- oder Drink-Videos, als Ressourcen verschwenden zu müssen. Das gilt besonders, wenn wir leckere Produkte wegschütten oder entsorgen müssen. Nachhaltigkeit ist daher ein zentrales Anliegen für uns.
Es ist uns auch wichtig, wenn möglich das echte Produkt zu filmen oder zu fotografieren und es so unbehandelt wie möglich zu lassen.
Um den Bierverbrauch so gering wie möglich zu halten, haben wir bei allen Aufnahmen, in denen Bier zu sehen ist, zunächst mit Wasser gefilmt und erst dann zu Bier gewechselt, wenn die Aufnahme nahezu perfekt war. Zudem nutzten wir eine Testcharge des Bieres vom Kronenhof, die mit einer anderen Hopfenart gebraut wurde und nicht für den Verkauf bestimmt war.
So haben wir insgesamt lediglich sechs Flaschen Bier für die gesamte Produktion verbraucht.
Die Nachbearbeitung
Das Filmen der Aufnahmen ist nur ein Teil der Arbeit. Neben der sorgfältigen Planung des Films muss auch die Nachbearbeitung strukturiert und professionell durchgeführt werden.
In jedem Clip wurde der Detailgrad der Aufnahmen optimiert und die Farben präzise angepasst. Besonders bei den Aufnahmen mit der RED V-Raptor fällt dies auf. Alle Clips wurden in einem sogenannten Log-Profil aufgenommen, das vereinfacht gesagt, Bilder mit weniger Kontrast liefert. Dies ermöglicht in der Nachbearbeitung eine vielseitigere und präzisere Farbkorrektur.
Der Opening-Shot
Um einen starken Kontrast zum nächsten Clip zu erzeugen, haben wir den Hintergrund bewusst dunkler gestaltet. Zudem wurden die Gelbtöne intensiviert, um das Etikett noch stärker hervorzuheben.


Die Bearbeitung des Gerstenfelds
Bei diesem Clip haben wir vor allem den Kontrast erhöht und das Bild aufgrund des Gegenlichts leicht „entnebelt“. Zusätzlich wurde das Spotlight im Hintergrund wärmer getönt, um einen intensiveren „Sonnen-Look“ zu erzeugen.


Gerstenschuss – Nachbearbeitet
In diesem Clip wurde die Bildqualität mit Topaz AI optimiert und die Bewegungsunschärfe reduziert, um den Clip besser an das Material der RED anzupassen.


Verbesserung des Brauclips
Im Vergleich zu anderen Clips wurde hier nur wenig bearbeitet, abgesehen von der Bildoptimierung und einer leichten Anpassung des Kontrasts.


Das Öffnen des Bieres
Auch in diesem Clip haben wir die Bewegungsunschärfe reduziert.


Das Einschütten
Der aufwändigste Clip in der Produktion war auch der anspruchsvollste in der Post-Produktion. Aufgrund der extremen Geschwindigkeit der Kamerabewegungen waren selbst mit unserem Cinebot Wackler und andere Unregelmäßigkeiten kaum zu vermeiden. Diese wurden in einem komplexen Verfahren manuell korrigiert. Anschließend wurde die Schärfe mit Topaz AI verbessert, und Farbe sowie Kontrast des Biertropfens wurden selektiv optimiert.


Die Nachbearbeitung des Packshots
Neben einem allgemeinen Color Grading wurde hier gezielt der Kontrast des Bierglases erhöht, um das Bier noch mehr in den Vordergrund zu rücken.


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(!) Herstellervideo unseres Cinebots im Hintergrund (Mark Roberts Motion Control)

















